Unser Körper ist über Muskel- und Faszienketten miteinander verbunden. Verändert sich an einer Stelle die Spannung, kann das an ganz anderer Stelle spürbar werden. Zwei Erklärungsmodelle stehen sich dabei gegenüber.
Zwei Blickrichtungen
Der Ursprung liegt unten – in Stellung und Länge von Füßen und Beinen. Das wirkt nach oben bis zum Kiefer.
Der Ursprung liegt oben – in der Kieferstellung. Sie beeinflusst Körperhaltung und Körperspannung nach unten.
Die orthopädische Sicht – zu Ende gedacht
Aus orthopädischer Sicht heißt es oft: Die Beine sind nicht gleich lang, die Füße stehen nicht richtig – und das beeinflusse den Biss. Nachvollziehbar. Doch im Umkehrschluss würde das bedeuten: Der Kiefer wächst immer symmetrisch und gerade, und Daumenlutschen, Zahnverlust, Zahnwanderungen oder kieferorthopädische Eingriffe hätten keinen Einfluss auf die Körperstatik. Genau hier wird es schwierig.
Wenn es nur an den Füßen läge: Warum haben dann so viele Menschen direkt morgens nach dem Aufwachen Beschwerden? Sie schlafen ja nicht im Stehen.
Regelmäßig zeigen Studien, dass der Biss Einfluss auf die Körperstatik hat. Leider werden diese Ansätze oft nicht weiterverfolgt und selten konsequent in Therapiekonzepte übersetzt.
Unsere Sicht: beide Richtungen ernst nehmen
Es ist kein Entweder-oder. Aufsteigende und absteigende Ketten können sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Genau deshalb betrachten wir den Kiefer nie isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Haltung und Körperspannung – und arbeiten bei Bedarf mit Physiotherapie und Osteopathie zusammen.
Wir nehmen uns Zeit für ein persönliches Gespräch.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung oder Beratung. Jeder Mensch ist verschieden – was im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir persönlich.
